Newcomer und Einsteiger aufgepasst!

Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.

Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen und das soll sie auch!


Verein, Verein, Verein ….

Vorab an dieser Stelle, sehr gerne helfe ich (E-Mail an dl6wab@t-online.de) neuen und alten Funkamateuren sowohl bei der Ausbildung, der Prüfungsvorbereitung und später auch beim Einstieg in das oder bei der Ausübung des Hobbys.

Das ist für mich als Funkamateur selbstverständlich!

Ich bin ausdrücklich kein Vereinsmeier, sondern praktizierender Funkamateur. Dem Gruppengedanke, der Zusammenarbeit und der Geselligkeit im Amateurfunk bin ich grundsätzlich positiv eingestellt. Ich habe kein Problem mit Vereinen, auch nicht mit den Menschen, die Vereinen, z.B. dem DARC e.V., angehören.

Was ich aber kritisiere ist, was zu groß gewordene, unflexible, überbordende und übergeordnete Vereine aus manchen Mitgliedern mit der Zeit machen, wie sich falsch verstandenes Ehrenamt (... als OVV bin ich beauftragter Funktionsträger und Vorgesetzter im OV ...) auf die Mitglieder, das Vereinsleben und das Hobby Amateurfunk insgesamt auswirken kann und wie sich in diesem Kontext die Aktivität im Hobby Amateurfunk überwiegend nur noch um den DARC e.V. dreht, weil die Strukturen und Vorgaben von oben (Satzung 2026) das von den Funktionsträgern im Ortsverband so erwarten, auch wenn das im ersten Moment nicht unbedingt danach aussieht.

Deshalb auch hier noch einmal der wichtige Hinweis, der DARC e.V. Ortsverband (OV) ist kein eigenständiger Verein, sondern lediglich ein kleiner und dazu unselbstständiger Teil des übergerodneten DARC e.V., mit deutlich eingeschränkten finanziellen, rechtlichen und operativen Möglichkeiten, gegenüber einem eigenständigen Verein.

Dabei agiert der DARC e.V. Ortsverband nur nach den vom übergeordneten DARC e.V. erlassenen und verbindlichen Regeln!

Deshalb die Frage, Vereinsmitglied beim DARC e.V. um jeden Preis?

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Im Moment ist eine "zarte und strategische Kurskorrektur" in den DARC e.V. Ortsverbänden hier im Umkreis zu erkennen, einige neue Funkamateure (DN9) lösten bereits einen regelrechten Hype in der DARC e.V. Ortsverbandsszene aus, wer von den Neuen wird sich zum DARC e.V. bekehren lassen und in welchem OV eintreten?

Aus meiner Sicht, lediglich wieder ein "kurzfristiges und kosmetisches Kratzen" an der Oberfläche, in den Vereinsstrukturen des DARC e.V. sind keinerlei Änderungen festzustellen, also wieder nur mehr Schein als Sein?


Picture KI generated - Es ist nicht alles "Club" was glänzt!

Ob man endlich in den DARC e.V. Ortsverbänden eingesehen hat, dass der Amateurfunk nicht nur neue Beitragszahler für den DARC e.V. braucht, sondern auch neue Ideen und Vorstellungen? Leider habe ich den Eindruck, dass man genau jetzt wieder in das nächste Fettnäpfchen tritt, neue Beitragszahler im OV um jeden Preis, koste es was es wolle aber insgesamt weitermachen wie bisher.

Das wird wieder nicht funktionieren, weil der übergeordnete DARC e.V. an seiner Linie von 1950 festhält!

Pro und Contra

Vereine gelten als wichtige Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie schaffen Begegnungen, fördern gemeinsame Interessen und ermöglichen ehrenamtliches Engagement. Dennoch ist Vereinsleben nicht ausschließlich positiv. Unter bestimmten Bedingungen kann es Mitglieder erheblich unter Druck setzen, soziale Ungleichheiten (Mitglied/Nichtmitglied) verstärken und zu erheblichen persönlichen Belastungen führen.

Eine kritische Betrachtung muss daher sowohl den persönlichen Nutzen als auch die problematischen Seiten von Vereinen berücksichtigen. Für die neuen Funkamateure sicher eine schwierige Aufgabe, will man doch unbedingt dazugehören, zu der großen Gemeinschaft der Funkamateure! Das tut ihr doch schon als Funkamateur, auch ohne DARC e.V.!

Echte Akzeptanz werdet ihr dort vermutlich nicht finden!

Ich darf daran erinnern, dass der DARC e.V. als Bundesverband, der Ortsverband oder die allgemeine Vereinskultur des DARC e.V. an erster Stelle der Gründe steht, warum junge Menschen dem Amateurfunk den Rücken kehren und nicht dabei bleiben!

Quelle: https://youtu.be/XYXG0CCElp4?si=PIv0WYHfDx0yE704

Gruppendruck und Verlust der Individualität

Vereine wie der DARC e.V. beruhen auf gemeinsamen Interessen aber auch vielen Regeln. Diese Gemeinschaft kann jedoch auch einen erheblichen Gruppendruck erzeugen. Mitglieder müssen sich dann häufig an bestimmte Verhaltensweisen, Traditionen oder unausgesprochene Erwartungen anpassen. Das ist beim DARC e.V. besonders stark ausgeprägt. Wer von der Mehrheitsmeinung abweicht, kann ausgegrenzt oder als illoyal betrachtet werden.

Problematisch ist dies besonders in Vereinen mit stark ausgeprägten Hierarchien (… beim DARC e.V. sind es 4 Ebenen ...) oder festen Traditionen, da ist der DARC e.V. Weltmeister drin! Neue Mitglieder haben oft Schwierigkeiten, Anschluss zu finden, wenn bestehende Gruppen, insbesondere in Ortsverbänden, bereits seit vielen Jahrzehnten eng miteinander verbunden sind. Dadurch entstehen sogenannte geschlossene soziale Kreise, in denen Quereinsteiger nur sehr schwer akzeptiert werden, auch wenn man dort jetzt so tut als ob man sie "Herzlich Willkommen" heißt.

Es geht nicht unbedingt um euch, es geht überwiegend um euren Mitgliedsbeitrag (€)!

Konflikte und Machtstrukturen

Wo Menschen regelmäßig zusammenarbeiten, entstehen immer Konflikte. In Vereinen können diese durch lange und persönliche Beziehungen (Seilschaften) besonders intensiv werden. Streit über Geld, Zuständigkeiten, Vereinsziele oder die Besetzung von Vorstandsposten belastet nicht nur den Ortsverband, sondern manchmal auch private Beziehungen. Das ist dann besonders unangenehm, wenn das Hobby doch zum großen Teil aus gemeinsamer Kommunikation via Funk besteht.

Der unbedingte Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit kann auch dazu führen, dass Menschen ihre eigene Meinung zurückhalten. Konflikte werden dann nicht offen ausgetragen, sondern verdrängt. Langfristig können sich Frustration, Unsicherheit und Abhängigkeit von der Anerkennung in der Gruppe entwickeln.

Ein weiteres Problem sind die informellen Machtstrukturen (Zirkel), wie ich sie vielfältig beim DARC e.V. kennenlernen durfte. Personen, die schon lange im Verein aktiv sind, gewinnen großen Einfluss. Ihre Entscheidungen werden kaum noch hinterfragt. Neue Mitglieder haben dann wenig Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen oder Veränderungen durchzusetzen, so wie ich es mehrfach leidvoll erlebt habe.

Mitwirken bedeutet dann, machen was "erwartet" wird.

Besonders kritisch wird es, wenn Vereine mangelhaft mit Diskriminierung, Sexismus, Rassismus oder Machtmissbrauch umgehen. Mitglieder schweigen mitunter aus Angst, ihre soziale Gruppe oder wichtige Kontakte zu verlieren.

Vereinsinterne Folgen

Wenn Vereine dauerhaft auf wenigen besonders engagierten Personen (z.B. Ortsverbands- und Distriktsvorsitzende, Amateurrat) beruhen, entsteht eine unfaire Verteilung der Verantwortung und der Mitbestimmung. Diese Eigenschaft ist beim DARC e.V. besonders stark ausgeprägt, da eine direkte Beteiligung der Mitglieder so gut wie nicht vorgesehen ist und deshalb auch nicht stattfindet.

Gleichzeitig geraten Vereine wie der DARC e.V. durch Nachwuchsprobleme und steigende finanzielle Anforderungen erheblich unter Druck. Besonders schwierig ist die Besetzung dauerhafter Leitungs- und Führungspositionen in den Ortsverbänden, die ja eigentlich nur ausführende Organe (Funktionsträger) des DARC e.V. sind.

Fazit

Vereinsleben ist kein automatisch demokratischer oder inklusiver Raum. Vereinsleben kann Gemeinschaft schaffen, aber ebenso Gruppendruck, Überforderung, Ausgrenzung und Machtmissbrauch hervorbringen.

Besonders problematisch wird es, wenn freiwilliges Engagement oder bestimmtes Verhalten im Ortsverband faktisch durch den Vorstand erwartet wird, finanzielle und zeitliche Belastungen unterschätzt werden oder Vereine gegenüber Diskriminierung und veralteten Hierarchien unkritisch bleiben und aktiv wenig dagegen tun.

Ein zukunftsfähiges Vereinsleben muss deshalb freiwillige Beteiligung auch wirklich ermöglichen, Aufgaben gerechter verteilen und echte Mitbestimmung fördern. Dazu gehören transparente Entscheidungsstrukturen, Schutz vor Diskriminierung, finanzielle Unterstützung und flexible Formen des Engagements. Nur dann kann der Verein seine soziale Funktion erfüllen, ohne die Mitglieder zu überfordern, die ihn tragen sollen.

Deshalb mein persönlicher Tipp an die Newcomer und Einsteiger aus eigener und negativer Erfahrung, schaut euch erst sehr genau an, für welchen Weg ihr euch entscheidet!

vy 73 de Jürgen
DL6WAB

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