Wenn der direkte Kontakt zur Basis verlorengeht ...

Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.

Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen und das soll sie auch!


Wenn der Kontakt und die demokratische Mitwirkung zu Vereinsmitgliedern verlorengehen, gerät ein Verein in eine tiefe Krise. Denn ein Verein ist nicht nur eine Verwaltungseinheit, sondern eine demokratische Gemeinschaft, die von Beteiligung, Austausch und insbesondere von Mitentscheidung lebt.

Ein demokratisch verfasster Verein braucht mehr als eine Satzung auf dem Papier. Die Mitglieder müssen informiert werden, damit sie überhaupt mitreden, Anträge stellen, wählen und kontrollieren können. Fachliche Darstellungen zum Vereinsrecht betonen, dass die demokratische Grundstruktur eines Vereins nicht ausgehöhlt werden darf und dass die Mitgliederversammlung ihre Kontrollfunktion behalten muss.

Geht der Kontakt zu den Mitgliedern verloren, verliert der Verein zuerst die Kommunikation und danach die Demokratie im Vereinsalltag. Wer nicht erreicht wird, kann auch nicht beteiligt werden. Dann bestimmen immer weniger Personen über immer mehr Entscheidungen, während der Rest der Mitglieder nur noch formal dazugehört und Beiträge zahlt.

Das führt zu einem Widerspruch zwischen rechtlicher Mitgliedschaft und tatsächlicher Mitwirkung!

Besonders problematisch wird es, wenn nicht nur der Kontakt, sondern auch die demokratische Beteiligung verloren geht. Dann entstehen passives Mitgliedertum, geringe Wahlbeteiligung, schwache Versammlungen und ein Vorstand, der nur noch von wenigen kontrolliert wird. In einem großen Verband wie dem DARC e.V. mit vielen Ortsverbänden kann das schnell dazu führen, dass die lokale Basis von den Entscheidungen der Führung entfremdet wird.

Die Folgen sind ernst. Ein Verein ohne lebendige und echte Beteiligung verliert Vertrauen, Identifikation und Legitimation. Mitglieder fühlen sich übergangen, Rückmeldungen bleiben aus, und Kritik erreicht die Leitung nur noch verzerrt oder zu spät. Auf Dauer schwächt das nicht nur die innere Demokratie, sondern auch die Bindung an den Verein selbst.

Die Ursachen liegen häufig in einer Mischung aus organisatorischen, kulturellen, demografischen und demagogischen Problemen. Unklare Zuständigkeiten, seltene Versammlungen, zu komplizierte Kommunikationswege oder eine zu starke Konzentration von Entscheidungen können dazu führen, dass Mitglieder sich ausgeschlossen fühlen.

Dem lässt sich nur durch aktive Gegenmaßnahmen begegnen. Dazu gehören regelmäßige Informationen, transparente Entscheidungen, echte Beteiligungsmöglichkeiten und eine Kultur, in der Mitglieder nicht nur Empfänger von Nachrichten und Beitragszahler, sondern Mitgestalter des Vereins sind.

Beim DARC e.V. sind sie das meiner Meinung nach schon lange nicht mehr!

Wenn der Kontakt und die demokratische Mitwirkung zu Vereinsmitgliedern verlorengehen, verliert der Verein sein Herzstück. Er wird dann zwar vielleicht noch formal weitergeführt, aber er lebt nicht mehr aus der Gemeinschaft seiner Mitglieder heraus. Am Beispiel des DARC e.V. wird deutlich, dass gerade große Vereine auf Verlässlichkeit, Transparenz und echte Teilhabe angewiesen sind, damit aus Mitgliedschaft auch Mitverantwortung wird.

Ein Verein bleibt nur dann lebendig, wenn seine Mitglieder erreichbar, informiert und beteiligt sind. Wo das nicht mehr gelingt, droht aus Demokratie Routine zu werden und aus Gemeinschaft bloße Verwaltung.

vy 73 de Jürgen
DL6WAB

www.amateurfunkpraxis.de - Blogarchiv