Der Amateurfunkdienst

Wo liegt der Unterschied zwischen dem lizenzfreien Funk (z.B. CB Funk, LPD, Freenet) und dem Amateurfunkdienst?

1975 ging es bei mir los als mein Vater mir zwei Handfunkgeräte für CB Funk kaufte. Seitdem bin ich irgendwie "HF infiziert" und das Hobby hat mich nie mehr losgelassen. Irgendwann kam der Wunsch auf, die Amateurfunkprüfung zu machen. Anfang 2014 haben sich hier in der Region 12 CB Funker zusammengefunden und gemeinsam haben wir für die Prüfung gebüffelt. Am 24.07.2014 war es soweit, Prüfung in Köln bei der BNetzA!

Im CB Funk liegt der Fokus auf der Kommunikation mittels Sprache oder Datenübertragung. Dazu sind den CB Funkern in Deutschland 40(80) feste Kanäle im 11m Band (27 MHz) zugewiesen. Die CB Funker dürfen diese Frequenzen zur Übertragung von Sprache und Daten nutzen. CB Funk ist eine Funkanwendung für die Allgemeinheit die erst mal keinerlei technische Kenntnisse voraussetzt. CB Funker müssen deshalb auch keine Prüfung ablegen, dürfen dafür aber auch nur mit "CB konformen" Funkgeräten funken. Die Veränderung der Geräte ist nicht erlaubt. Die Voraussetzungen und die Regeln zum CB Funk finden sich in der Allgemeinzuteilung (gültig bis 31.12.2025) für den CB Funk.

 

  Jedermannfunk
(CB, PMR, LPD, Freenet)
Amateurfunkdienst (Amateurfunk) Andere Funkdienste (z.B.)
Funker im Flugfunkdienst, Funker im Seefunkdienst, Funker im Militärfunkdienst
Bezeichnung Hobbyfunker Funkamateur Funker
Prüfung Nein Ja Ja
Lizenz/Zulassung Nein Ja Ja
Einmaliges Rufzeichen Nein Ja Ja
Kommerziell Nein Nein zum Teil
Selbstbau Nein Ja Nein

Und was ist beim Amateurfunkdienst anders?

Der Amateurfunkdienst ist ein "technisch-, wissenschaftlicher Funkdienst" welcher sich mit der Technik der drahtlosen Kommunikation befasst, er unterscheidet sich doch erheblich vom lizenzfreien Funk (z.B. CB Funk).

Personen, die am Amateurfunkdienst teilnehmen, werden als Funkamateure bezeichnet. Die Bezeichnung Amateurfunker ist eher unüblich, um sie nicht mit den Personen zu verwechseln, die nicht "lizenziert" sind, denn zur Teilnahme am Amateurfunk ist grundsätzlich eine Zulassung zum Amateurfunkdienst erforderlich. Ein Funkamateur bekommt von der zuständigen Fernmeldebehörde (Bundesnetzagentur) ein eindeutiges und weltweit einmaliges Rufzeichen zugewiesen und betreibt eine Amateurfunkstelle.

Als geprüfter Funkamateur erhält man viele Rechte, unterliegt aber bei seinen Experimenten, Versuchen und dem Funkbetrieb den umfangreichen Regelungen im Amateurfunkdienst.

Der Versuch einer Gegenüberstellung

CB Funk und Amateurfunk zu vergleichen ist schwierig da die Motivation für diese Hobbys durchaus sehr unterschiedlich ist. Grundsätzlich kann man sagen, Amateurfunk ist überwiegend technisch wissenschaftlicher Experimentalfunk, CB Funk ist überwiegend Kommunikationsfunk.
 

  CB Funk Amateurfunkdienst
Teilnehmer „CB Funker“ als Nutzer Funkamateure
Primäre Motivation Kommunikation

Experimentalfunk, eigene Ausbildung, Kommunikation

Gesetzl. Grundlage Allgemeinzuteilung

Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung

Prüfung Nein

Technik, Betriebstechnik, Vorschriften

Frequenzen 40 bzw. 80 feste Kanäle in D Mehrere Frequenzbereiche auf LW, MW, KW, UKW
Selbstbau passive Zusatzgeräte, Mikrofone, Antennen Sender, Empfänger, Zusatzgeräte, Antennen, PA
Veränderungen am Funkgerät Nein Ja
Nur "konforme" Geräte Ausschließlich Auch Selbstbaugeräte
Sendeleistungen

4 W (ERP) bzw. 12 W (PEP)

Bis max. 750 W (PEP)

Standortbescheinigung

Ab > 10 W (EIRP) ja

Nein, Selbsterklärung

Laufende Kosten/Gebühren Evtl. für die Standort-bescheinigung, Gebühren für Feststationen in Schutzzonen

Prüfungsgebühren, Mitgliedsbeiträge, EMV Beiträge

Rufzeichen

Frei wählbar

Weltweit einmalig, Zuteilung durch BNetzA

Regeln

Allgemeinzuteilung
BEMFV

Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung, Bandpläne, BEMFV

Vertretungen

Keine

DARC e.V.
VFDB e.V.

Literatur

Keine

CQ-DL, Funkamateur

Struktur

unstrukturiert

Distrikte, Ortsverbände

Rundsprüche

vereinzelt

Regelmäßig, Bundesweit

Teilnehmer

unbekannt

ca. 75.000 in D

Der Weg zum Funkamateur

Irgendwann stellt sich vielleicht die Frage, wie werde ich Funkamateur? Was muss ich tun, was ist notwendig? Ein gewisser „Hang zur Technik“ sollte schon vorhanden sein, letztlich ist genau dieser Punkt die größte Motivation um Funkamateur zu werden.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich?
 

Anforderungen
 
Notwendig Hilfreich/Sinnvoll
Mindestalter Nein Sowie ein Verständnis für technische Zusammenhänge besteht
Schulabschluss Nein Fremdsprachenkenntnisse (insbesondere Englisch) sind hilfreich.
Berufsausbildung Nein Eine Berufsausbildung oder Kenntnisse in der Elektrotechnik/Elektronik sind hilfreich.
Mitgliedschaft in einem Verband

Nein

Betreuung, monatl. Zeitschrift, Versicherungs-schutz (Haftpflicht, Unfall, Elektronik), QSL Vermittlung
 

Welche Klassen gibt es?

Klasse "DE"

Kurzwellenhörer, kein Sendebetrieb

Ist der erste Einstieg in die Welt der Funkamateure. Eine SWL-Tätigkeit kann sich, bei der Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung, sehr positiv auswirken. Die Prüfungsanforderungen liegen deutlich unter der Klasse E Prüfung. Mit bestandener DE-Prüfung wird dem SWL ein DE-Kennzeichen erteilt. Die Prüfung kann von einem Ortsverbandsvorsitzenden des DARC e.V. abgenommen werden. Die SWL Prüfung berechtigt zur Teilnahme an der QSL Vermittlung über das QSL Büro des DARC e.V.

Gebühr: einmalig 5.- €

Klasse "DN"

Rufzeichen für die Ausbildung

Amateurfunkbetrieb unter Aufsicht.

Ein Ausbildungsrufzeichen ist ein Rufzeichen aus der Präfixreihe DN1 bis DN8. Dabei werden für die Klasse A die Präfixe DN1 bis DN6 und für die Klasse E DN7 und DN8 verwendet. Rufzeichen mit dem Präfix DN9 werden nicht vergeben. Rufzeichen mit dem Präfix DN0 sind Klubstationen der Klasse E.

Gebühr: einmalig 70.- €

Klasse K

In Planung

Zurzeit plant der DARC e.V. die Einführung einer Amateurfunk Einsteigerklasse unterhalb der Klasse E, Klasse K (K = Kleine Klasse), um mehr Mitglieder und Funkamateure zu gewinnen. Beschränkung der Leistung auf max. 10 W (ERP). Beschränkung auf bestimmte Frequenzbereiche.

Klasse E Die „Einsteigerklasse“. Beschränkung der Leistung auf max. 100 W (PEP). Beschränkung auf bestimmte Frequenzbereiche. Prüfung in Technik, Betriebstechnik und Vorschriften.
Klasse A Die „Königsklasse“. Beschränkung der Leistung auf max. 750 W (PEP). Alle dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbereiche sind nutzbar. Prüfung in Technik, Betriebstechnik und Vorschriften. Wer die Klasse E schon hat, braucht nur noch die Erweiterungsprüfung (Technik) für die Klasse A zu machen.

 

Welche Bezeichnung ist denn nun für wen richtig?

Amateurfunker, Funkamateur, Hobbyfunker, Funker, alles Bezeichnungen, die mehr oder weniger im Zusammenhang mit dem Funk gebräuchlich sind. Die Diskussion um die richtige Anwendung der Begriffe treibt sehr oft seltsame Blüten. Gerade aus dem Lager der CB-Funker (ich war auch mal ein CB-Funker) wird diese Diskussion immer wieder gern "angefacht". Möchte man sich da mit fremden Federn schmücken und mehr "darstellen" als man eigentlich ist? Ich will hier sicher keinen "Klassenkampf" austragen, aber es gibt nun mal eine vorgegebene und richtige Unterscheidung und die möchte ich hier darstellen.

Wer ist aber nun was? Schauen wir mal in das Amateurfunkgesetz. Da steht im § 2 (Begriffsbestimmungen):

Im Sinne dieses Gesetzes ist

1. Funkamateur der Inhaber eines Amateurfunkzeugnisses oder einer harmonisierten Amateurfunk-Prüfungsbescheinigung auf Grund der Verfügung 9/1995 des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation vom 11. Januar 1995 (Amtsblatt S. 21), der sich mit dem Amateurfunkdienst aus persönlicher Neigung und nicht aus gewerblich-wirtschaftlichem Interesse befasst,

2. Amateurfunkdienst ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird; der Amateurfunkdienst schließt die Benutzung von Weltraumfunkstellen ein. Der Amateurfunkdienst und der Amateurfunkdienst über Satelliten sind keine Sicherheitsfunkdienste,

3. eine Amateurfunkstelle eine Funkstelle, die aus einer oder mehreren Sendefunkanlagen und Empfangsfunkanlagen einschließlich der Antennenanlagen und der zu ihrem Betrieb erforderlichen Zusatzeinrichtungen besteht und die auf mindestens einer der im Frequenznutzungsplan für den Amateurfunkdienst ausgewiesenen Frequenzen betrieben werden kann.

Also, der Teilnehmer am Amateurfunkdienst ist ein (staatlich geprüfter) Funkamateur und nichts anderes!

Als was werden denn z.B. "CB-Funker" bezeichnet? Auskunft gibt die Allgemeinzuteilung für den CB Funk.

Der CB-Funk ist eine private, nicht kommerzielle Funkanwendung und dient der Nachrichtenübermittlung (Sprache und Daten) zwischen den Nutzern ("CB-Funker"), wobei alle Nutzer gleichberechtigt sind.

Aha, die Teilnehmer am CB-Funk sind Nutzer der Funkanwendung CB-Funk und werden als CB-Funker bezeichnet.

Die Begriffe Amateurfunker und Hobbyfunker sind also "unbestimmte Begriffe", die im Zusammenhang mit dem Amateurfunkdienst oder dem CB-Funk überhaupt nicht vorkommen und auch offiziell nicht verwendet werden. Die ganze Diskussion ob es nun Funkamateur oder Amateurfunker heißt, ist völlig überflüssig. Der Begriff ist im AFuG ganz klar als Funkamateur definiert.

Meine eigene Einschätzung

Ich bin selbst viele Jahre CB-Funker gewesen und hatte nie die Intention, mich mit den Funkamateuren oder dem Amateurfunkdienst vergleichen oder messen zu wollen. Die Jungs spielten (und spielen immer noch) in einer anderen Liga! Der CB-Funker war (und ist) der Anwender einer Funkanwendung und der Funkamateur spielt im Amateurfunkdienst eine Liga höher.

Ich persönlich sah (und sehe) da überhaupt kein Problem. Der Versuch, mit Begriffen wie "Amateurfunker oder Hobbyfunker" den CB-Funk "aufzuwerten" zu wollen, geht ganz sicher schief. Der CB-Funk ist und bleibt was er ist, ein "Jedermannfunk"! Er unterscheidet sich nun mal deutlich vom Amateurfunkdienst auch wenn das einigen "CB-Funkern" nicht schmeckt.

Was machen wir denn nun mit dem Funker? Funker bezeichnet eine Person, die für den Betrieb einer Funkanlage zuständig ist. Das kann auch ein CB-Funker sein, der betreibt ja tatsächlich auch eine "Funkanlage", aber keine "Funkstelle". Eine Funkstelle, kurz FuSt, bezeichnet einen oder mehrere Sender bzw. Empfänger oder auch eine Gruppe von Sendern und Empfängern (einschließlich der Zusatzeinrichtungen), die zur Wahrnehmung eines Funkdienstes an einem gegebenen Ort erforderlich sind.

Fazit

Eine Unterscheidung zwischen Funkanwendung und Funkdienst ist durchaus sinnvoll. Es ist auch sinnvoll, die Teilnehmer voneinander zu unterscheiden. Dafür hat der Gesetzgeber verschiedene Begriffe etabliert, um eben genau das zu bewirken. Das muss Funkamateure und z.B. "CB-Funkanwender" nicht zwangsweise voneinander trennen, zeigt aber auch auf, dass es sich um verschiedene Disziplinen handelt.